Konzeption

Wurzel – unser Fundament

Die Grundlage unserer seit 1926 bestehenden evangelischen Kindergartenarbeit ist das biblische Menschenbild
Wir leben als große Kindergartenfamilie zusammen und tun viele Dinge gemeinsam.
Wir wollen leben:
bedingungslose Liebe
Wertschätzung und Einfühlungsvermögen
eindeutige Regeln und eine daraus folgende Konsequenz 

Bedingungslose Liebe wird möglich durch den Glauben an Jesus Christus.
Das heißt für uns Erzieher: vergeben können und wollen. Uns ist wichtig: Der andere ist anders – nicht besser – nicht schlechter – sondern anders“.
Das bezieht sich auf Kinder, Eltern aber auch auf Kollegen untereinander.

Wertschätzung und Einfühlungsvermögen heißt, dass Erzieher Kinder, Eltern, Kollegen,…. in ihrer eigenen Identität wahrnehmen.
(Ich nehme dich wahr und akzeptiere dich in deiner Persönlichkeit ohne Wertung und Beurteilung. Ich nehme dich wahr in deiner Fröhlichkeit, Traurigkeit, mit Stärken, Schwächen und Grenzen.)

Regeln sorgen für klare, kindgerechte Abläufe und somit für einen entspannten Tagesablauf, indem sich Kinder individuell entfalten können, jedes Kind nach seinen Bedürfnissen, Fähigkeiten, seinem „Plan“ und ebenso nach seinem eigenen Rhythmus und Tempo.

 

Stamm, Äste – tragfähiges Gerüst:
evangelischer Träger, christliche Erzieher und Mitarbeiter, Eltern 

Sie schaffen Voraussetzungen für ein entspanntes Klima im Kindergarten.

Sie unterstützen nach ihren Möglichkeiten und Aufgaben:

  • Gemeinsames Leben nach christlichen Werten „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat“
  • Soziale Kompetenzen, wie gegenseitige Achtung und Rücksichtnahme
  • Den kindlichen Forscherdrang, dass jedes Kind entsprechend seiner individuellen Fähigkeiten gefördert wird, wecken Interesse an Kreativität und schaffen Möglichkeiten sich auszuprobieren. Bieten Freiräume im Spiel, um Grundqualifikationen sozialen Handelns zu erproben.
  • Sorgen für ausreichend Bewegungsspielraum, um Sicherheit in grobmotorischen Fertigkeiten zu erreichen 

Evangelischer Träger
Ihm obliegt die betriebswirtschaftliche und konzeptionelle Leitung so wie die Finanzierung der Einrichtung, ebenso die bauliche Beschaffenheit und die Innenausstattung.
Eingeschlossen sind Haushaltsplan,  Spielplatz – TÜV, Brandschutz, Betriebssicherheit usw.
Der Träger behält sich vor,  Aufgaben an die Leitung zu delegieren.
Es werden Ideen der Zusammenarbeit entwickelt, Kindertagesstätte und Gemeinde bringen jeweils ihre besondere Aufgabe und Rolle zur Geltung, daraus werden Angebote abgeleitet.

Christliche Erzieher und Mitarbeiter
Sie setzen das pädagogische Konzept um und entwickeln es nach neuesten pädagogischen und psychologischen Erkenntnissen weiter, immer zum Wohl der zu betreuenden Kinder.
Die Mitarbeiter pflegen einen offenen Umgang miteinander, sie bereichern sich gegenseitig durch Gespräche, Ideen, Projekte,…
Gegenseitige Akzeptanz und Loyalität führen dazu, dass Kritikfähigkeit entwickelt wird und die Mitverantwortung für die Atmosphäre und das Niveau der Einrichtung mitgetragen wird.
Die Erzieher begleiten und unterstützen alle Kinder in ihren individuellen Möglichkeiten, Chancen und Grenzen. Damit sind alle Kinder gleichberechtigte Glieder der Gesamtheit.

Eltern
Sie bejahen das pädagogische und christliche Konzept; Eltern unterstützen, hinterfragen und wirken mit z.B. bei Festen, der Selbständigkeitserzieung, der Schulvorbereitung, bei der Vermittlung von Werten usw.

Um die Zusammenarbeit zwischen Kindertagesstätte (Kinder, Eltern, Personal) und Träger zu gestalten, nehmen Vertreter des Vorstandes in der Regel an Elternabenden oder Veranstaltungen der Kindertagesstätte teil und stehen für Fragen zur Verfügung oder gestalten mit.
Auch werden gemeinsame Veranstaltungen durchgeführt.

 

Ein Ast – Grundbedürfnisse -Bildungsbereiche, Schulvorbereitung

 Essen, trinken, schlafen – ausruhen, annehmen – verzeihen, konfliktfähig sein, sich entscheiden, sich ausdrücken, Umgang mit Erfolg und Misserfolg, kommunizieren, staunen, begreifen, zur Ruhe finden, sich Wissen aneignen, spielen, sich bewegen, gestalten, selbständig sein, entdecken und forschen, die Umwelt wahrnehmen, mittun, Feste feiern, lachen – weinen,….. sind Grundbedürfnisse von Kindern und gleichzeitig Bildungsbereiche.
So wird Bildung in folgenden Bereichen angeboten:
somatisch, sozial, kommunikativ, mathematisch, naturwissenschaftlich, ästhetisch (entsprechend dem Sächs. Bildungsplan)
Außer den Erziehern der Einrichtung werden zu bestimmten Themen auch externe Fachkräfte eingeladen und in die Arbeit eingebunden.
Die Schulvorbereitung beginnt mit Aufnahme des Kindes in die Einrichtung.

 Wir wollen den Grundbedürfnissen der Kinder gerecht werden und sie somit ermutigen, sich mit den verschiedensten Dingen auseinanderzusetzen und sich weiterzuentwickeln – das ist Bildung.

essen und trinken
Frühstück und Vesper bringen die Kinder mit in den Kindergarten, um die Kosten niedrig zu halten und allen die Möglichkeit zu bieten, an den Mahlzeiten teilzunehmen, Milch und Tee werden vom Kindergarten gereicht.
Zudem werden mehrmals am Tag Getränke angeboten. Die Kinder füllen ihre Tassen teilweise selbst.
Geschirr wird selbständig gedeckt und weggeräumt, Müll wird getrennt.
Wir haben eine eigene Küche, unsere Köchin bereitet das Mittagessen täglich frisch zu, der Speiseplan wird von den Kindern mitbestimmt. So kann gegebenenfalls auch eine Sonderkost z.B. für Allergikerkinder zubereitet werden.
Wir achten auf eine gesunde Ernährung, um dies zu unterstützen gibt es in Abständen gesonderte Angebote, die von der Ernährungsberaterin oder von uns selbst gestaltet werden.

schlafen und ausruhen
Entspannungsphasen bieten den Kindern die Möglichkeit, Erlebnisse zu verarbeiten so wie einen Ausgleich zur Aktivität zu schaffen.
Jedes Kind hat eine Liege und Bettzeug mit Bild. Die Schulanfängergruppe schläft auf Bodenliegermatratzen, die sie selbst hinlegen und auch wieder wegräumen können, ebenso das Bettzeug.
Auch Schlafengehen ist mit einem Ritual verbunden. Die Kinder ziehen ihre Kleidung aus und den Schlafanzug an, holen ihr Kuscheltier und legen sich in ihr Bett. Zur Umrahmung gibt es ruhige Musik, eine Geschichte, ein Lied der Erzieherin,… zum Schluss wird jedem Kind Gute Nacht gesagt.

miteinander kommunizieren, konfliktfähig werden
Der Kindergarten bietet die Möglichkeit, Kontakte mit anderen Kindern zu knüpfen, miteinander zu spielen, Spielsachen zu teilen, Lösungen zu finden, wenn zwei das gleiche Spiel wollen usw.
Die Erzieher halten die Kinder an, Konfliktsituationen im Gespräch zu klären. Dazu dienen außer dem situativen Aufgreifen im Tagesablauf auch Bilderbuchgeschichten und Gruppengespräche.
Die Kinderkonferenz lädt alle ein, sich auch vor der Gesamtheit zu äußern und seine Meinung zu vertreten.
Kommunizieren heißt auch, anderen Kindern gegenüber seine Meinung zu vertreten, die Erzieherin anzusprechen, um Hilfe zu bitten usw.

Umgang mit Erfolg und Misserfolg
Die Kinder erleben beides, dass Dinge gut gelingen aber auch dass trotz Mühe Dinge misslingen. Die Erzieher bestärken Kinder, loben und unterstützen sie, das macht Mut und motiviert, Dinge wieder und wieder zu probieren, bis sie gelingen bzw. Misserfolge auszuhalten. Stärken zu fördern und Schwächen so zu unterstützen, dass sie überwunden oder kompensiert werden können, das ist unser Anliegen.

Rücksicht nehmen, sich gegenseitig unterstützen und helfen
Das ist ein wichtiger Punkt unserer Arbeit. Alle Kinder sind gleichwertig, egal ob sie behindert sind oder eine andere Nationalität haben, ob sie viele Sachen besitzen oder weniger. Sich gegenseitig helfen, ermutigen und unterstützen wird von den Erziehern praktisch vor gelebt, die Kinder werden dazu angehalten. „anders sein“ ist nicht besser und nicht schlechter.

mit Regeln und Konsequenz umgehen
Im Kindergarten gibt es eindeutige Regeln, diese werden im Mitarbeiterkreis in Abständen auf Sinnhaftigkeit und Gültigkeit überprüft und angepasst. Es gelten für alle gleiche Regeln. Sie bilden den äußeren Rahmen, auf die Einhaltung achten auch die Kinder. Wichtige Veränderungen oder Hinweise werden im gemeinsamen Morgenkreis besprochen, um Dinge neu zu diskutieren und Maßstäbe zu finden, gibt es die Kinderkonferenz.
Wir arbeiten nicht mit Strafen sondern mit einer für das Kind nachvollziehbaren Konsequenz bei Nichtbeachtung. Es muss für das Kind nachvollziehbar bleiben, dass Konsequenz nichts mit persönlicher Ablehnung zu tun hat.

Wissen aneignen, spielen, entdecken, forschen, die Umwelt wahrnehmen, zählen, ordnen, falten, malen schneiden, kreativ sein, …
Gruppenübergreifende Angebote, Projekte, die sich mit bestimmten Themen über längere Zeit beschäftigen, Materialien wie z.B. Lupen, die zum selber entdecken einladen, ebenso wechselndes Spielmaterial  bieten Gelegenheit dazu, die Welt spielend und forschend zu erkunden. Auch Puzzle, Lern- und Brettspiele, Bücher usw. laden zum Verweilen ein, Legematerial und anderes bieten einen Anreiz zum Zählen, Ordnen, Sortieren usw. Mengen- und Zahlenbegriffe werden eingeführt, messen, wiegen und vergleichen lassen sich Spielmaterial, die Kinder untereinander, aber auch Gegenstände der unmittelbaren Umwelt. Aus Papier können durch Zusammenfalten die verschiedensten geometrischen Formen und Gegenstände entstehen.
Unterschiedliche Stifte, Farben, Papiere, Stoffe,… bieten die Möglichkeit, sich kreativ auszudrücken, auch ist das mit Knete, Ton, Pappmaché,… möglich.
Verschieden gestaltete Ecken bieten für die unterschiedlichsten Aktionen besonderen Anreiz, so z.B. die Mal- und die Puppenecke so wie der Bauteppich. Raum gibt es auch für andere Rollenspiele, Handpuppenspiel usw., die die Sprache, Phantasie und Koordination anregen.  Das Außengelände ergänzt diese Möglichkeiten.

sich bewegen, Kräfte messen, Aufenthalt im Freien, …
Sich bewegen ist ein starkes Bedürfnis der Kinder. Dies zu fördern ist unser Anliegen. Das geschieht im Tagesablauf mit Bewegungsspielen, Wett- und Geschicklichkeitsspielen,…
Der tägliche Aufenthalt im Freien (wenn witterungsbedingt möglich) wird angestrebt. Die Spielgeräte auf dem Außengelände, Fahrzeuge, Reifen, Balanciereimer und anderes wecken den Entdecker- und Bewegungsdrang. Vierzehntägig besuchen die 4-7 jährigen Kinder die Sporthalle an der Albertsburg, die jüngeren Kinder turnen in der Zeit im Kindergarten.
Spaziergänge zum Sportplatz an der Albertsburg, zu den nahe gelegenen Wiesen und Feldern laden zum Austoben aber auch zum Beobachten ein.

musische Erziehung, Rhythmik, Sprachen erlernen
Ein weiterer  Schwerpunkt in unserem Kindergarten ist die musische Erziehung. Lieder der verschiedensten  Bereiche und aus verschiedenen Ländern werden gesungen, dazu finden das Orffinstrumentarium und auch unsere Körperinstrumente Anwendung. Singspiele und Tänze  werden angeboten, man kann selbst dazu singen, Musik von der CD hören und sich bewegen oder auch beides zusammen. Mit Rhythmikinstrumenten kann man sich „unterhalten“ oder sich nach einem Rhythmus bewegen, Wörter lassen sich in Silben klatschen, das macht besonders Spaß, wenn alles in eine Geschichte eingekleidet ist.
Einmal in der Woche nachmittags wird von einer externen Spielsprachschule Englisch angeboten. Diese Einheiten werden von den Eltern mit der Sprachschule vertraglich geregelt und bezahlt.

 

Ein Ast – Eingewöhnungszeit

die Kinder sollen sich im Kindergarten „zu Hause“ fühlen und Vertrauen zu  Erziehern und Kindern aufbauen

Wir legen viel Wert auf Transparenz. Im Vorfeld werden Kinder und Eltern zu Mutti-Kind-Kreisen eingeladen. Dies dient dem Vertrautwerden  miteinander, die Kinder lernen ihre Erzieher kennen, sich gegenseitig und die Räumlichkeiten. Die Erzieher sammeln erste Erfahrungen mit den neuen Kindern und können sich mit den Eltern absprechen. Die Eltern lernen sich gegenseitig kennen und die anderen Kinder. Sie können Fragen stellen, …

Die Eingewöhnungszeit ist für uns eine wichtige Zeit. Nachdem der erste Kindergartentag nach einem Vorgespräch mit der Leiterin und der Aushändigung der Unterlagen geplant wurde, kommt die Mutti oder der Vati mit dem Kind am ersten Tag 9.15 Uhr mit vollständigen Unterlagen in den Kindergarten. Das Kind bekommt von der Erzieherin alles gezeigt, danach verfolgt es gemeinsam mit dem Elternteil das Gruppengeschehen. Die Gesamtdauer des Aufenthaltes beträgt ca. 1-1,5h. Die Folgetage werden mit der Erzieherin abgesprochen. An diesen Tagen kommt Mutti oder Vati auch mit in den Kindergarten, sie verabschieden sich nach einer Zeit und gehen kurzzeitig. Die Aufenthaltszeit des Kindes im Kindergarten wird Tag um Tag verlängert, die Mahlzeiten und die Schlafenszeit kommen dazu. Die Länge der Eingewöhnungszeit ist abhängig vom Verhalten des Kindes und beträgt mindestens zwei Wochen.

Bei älteren Kindern kann eine verkürzte Eingewöhnungszeit mit den Eltern abgesprochen werden.

 

Ein Ast – Religionspädagogik 

Wir erzählen, spielen und gestalten biblische Geschichten. Wir reden über unseren Glauben im Alltag, wir beten mit- und füreinander, wir singen Lieder, die von der Schöpfung erzählen, von Gottes Liebe,….
Wir achten einander, wir vergeben, weil Gott uns vergibt, wir feiern christliche Feste, wir gestalten einen gemeinsamen Morgenkreis…..

Der Grundkonflikt unserer heutigen modernen und pluralen Gesellschaft ist, welche Bedeutung und Funktion christlicher Glaube hat und welche Orte es für christliche Erziehung gibt. Friedrich Schweitzer sieht einen allgemeinen Bildungsauftrag, nämlich das Recht des Kindes auf Religion, das wie alle anderen elementaren Rechte von den Erwachsenen einzulösen ist, außerdem aber auch ein gesellschaftliches Erfordernis als Voraussetzung des friedlichen Zusammenlebens in der multikulturellen  und multireligiösen Gesellschaft.
Das Recht des Kindes auf Religion bezieht sich darauf, was Kinder für ihr Kindsein und ihr Aufwachsen brauchen, ihre Frage nach dem Tod zum Beispiel. Die Aufgabe des Erwachsenen ist aber weniger eine Erziehungs- als eine Bildungsaufgabe, die nur vom Kind selbst vollzogen werden kann. Jedoch braucht es eine anregende und unterstützende Umwelt und Begleitung. Das gesellschaftliche Leben in Deutschland und in weiten Teilen Europas ist zutiefst christlich geprägt. Kirchen gehören zum Ortsbild, auch wer kaum eine Kirche betritt, begegnet Menschen, die dort ihre Kinder taufen lassen, heiraten usw.. Das Jahr mit seinen Festen aber auch Kunst und Musik haben eine christliche Prägung. Zum anderen begegnen uns z.B. türkische Mitbürger, die in der zweiten oder dritten Generation in unserem Land leben, dessen Kultur und Religion eine ganz andere ist. Ein friedliches Zusammenleben setzt interkulturelles und interreligiöses Lernen voraus. (siehe Schweitzer in Scheilke und Schweitzer Bd. 1, 2006, 95-104)
Karl Ernst Nipkow stellt einen entwicklungspsychologischen Bezug her.  Er beschreibt, dass Kinder ihre Eltern aber auch die Erzieherin als „Alleskönner“ sehen. Sie üben im Kindergartenalter eine starke Prägung auf das Kind aus. Erleben Kinder ihre Eltern oder auch die Erzieherin als Menschen,  die Gott Ehrerbietung  und Glauben entgegenbringen, die Gottesdienste besuchen und beten, so gewinnt das Gottesbild für Kinder eine unvergleichliche Realität im psychischen Sinn. Wird Gott im Kontext des Gehorsams zwischen Geboten und Verboten eingeführt, so wird Gott zur unerträglichen Gewissenslast des Kindes. Die Liebe Gottes muss unabhängig vom Verhalten des Kindes vermittelt werden.
Die Inhalte von Bibel und Glaubenslehre müssen im Horizont der Fragen und Verarbeitungsweisen der Kinder erschlossen werden. Glaube in der Kirche von morgen sollte persönlich durchdachter Glaube sein. Die Aufgabe von Erziehern ist es, Hilfen zu geben, die sich mit der inneren Geschichte des Kindes verbindet. Die Gotteserfahrung eines Kindes ist auf höchst komplizierte Weise aus realer und imaginierter Erfahrung zusammengesetzt.(siehe Nipkow 1987, 13-41)

Deshalb ist es uns wichtig, auf folgende Punkte in unserer religionspädagogischen Arbeit im Kindergarten einzugehen:

Religionspädagogisches Handeln zieht sich durch den gesamten Tagesablauf.
Wir beten vor den Mahlzeiten, gestalten einen gemeinsamen Morgenkreis, in dem christliche Lieder gesungen werden, gebetet wird, verschiedene aktuelle Themen aber auch biblische Themen besprochen werden.
Im Gebet werden ebenso Anliegen und Themen der Kinder aufgenommen. Es erfolgt als freies Gebet der Erzieherin, teilweise auch der Kinder, ebenso werden formulierte Gebete verwendet.
Einmal in der Woche wird eine Geschichte aus der Bibel erzählt, diese passt sich ans pädagogische Thema an oder orientiert sich am Kirchenjahr.
Die christlichen Feste nehmen das auf: Die Schulanfänger gestalten zu Weihnachten ein Krippenspiel, weiterhin wird ein Osterweg oder ähnliches gestaltet, ebenso ein gemeinsamer Gottesdienst zum Erntedankfest.
Auch unsere Elternabende enthalten eine Andacht, die auf das pädagogische Thema abgestimmt ist.

Wir lassen uns auf die Entwicklung der Kinder ein. Das heißt, wir wollen keine abschließenden Antworten geben, sondern mit den Kindern unterwegs sein.
Kinder brauchen die Auseinandersetzung mit Gottesbildern, sie nehmen die Meinung der Erzieherin auf und machen sich selbst ein Bild. Die Reflexion führt zur Weiterentwicklung.
Wir erzählen Geschichten aus der Bibel, Kinder stellen ihre Fragen dazu, sie kommentieren die Geschichten und erzählen sie weiter. Symbolische Darstellungen oder auch das „Hineinschlüpfen“ in die Rolle einer biblischen Figur im Stegreifspiel dienen dem Verständnis. Ein Beispiel: Ein Kind spielt den Zachäus, die anderen bilden eine „Mauer“ und lassen den Zachäus nicht durch. Danach wird darüber gesprochen, wie sich das Kind gefühlt hat, das den Zachäus  spielte. Hier wird deutlich, dass auch soziale und kommunikative Fähigkeiten gleichzeitig gefördert werden.
Weiterhin erfahren die Kinder die Bedeutung von Symbolen, z.B. von Krippe und Kreuz.
Auch persönliche Erlebnisse geben Gelegenheit, sie mit erzählten biblischen Geschichten zu verbinden.
So wird der ganzheitliche Ansatz des Bildungsplanes aufgenommen und weitergeführt.

Fulbert Steffensky fasst die Glaubensdimension folgend zusammen: „Wir üben uns im Glauben ein, indem wir weitererzählen, was wir glauben. Und wir geben Leben weiter, indem wir die Geschichte des Lebens weitergeben.“ (Steffensky in Scheilke und Schweitzer Bd. 4, 2006, 21)

 

Ein Ast – Integration

Kinder,  die „anders“ sind (durch eine Entwicklungsverzögerung, Auffälligkeit , eine Behinderung,  durch Migration, …)  durch spezielle Förderung in die Gesamtheit integrieren evtl. auch in Form eines „integrativen Platzes“ gefördert durch Eingliederungshilfe 

Unsere Kindereinrichtung bietet zur Zeit drei Integrativplätze an. Das sind Plätze für entwicklungsverzögerte oder behinderte Kinder, für die vom Sozialamt Eingliederungshilfe gewährt wurde. Aufgrund baulicher Gegebenheiten ist eine Aufnahme von Rollstuhlfahrern zur Zeit nicht möglich.
Für die Betreuung steht  besonders ausgebildetes Personal zur Verfügung. Wichtig ist es uns, dass die Kinder gleichberechtigte Glieder der Gesamtheit sind. Durch zusätzliche Fördereinheiten, Gespräche mit Eltern und Therapeuten wird eine optimale Entwicklung angestrebt.
Es wird ein individueller Förderplan erarbeitet, der fortgeschrieben wird.
Die Kinder erleben täglich im Miteinander, dass jeder Gaben und Fähigkeiten hat, die er in die Gesamtheit einbringen kann.
Durch die gruppenübergreifende Arbeit und die verschiedenen Angebote ist die Möglichkeit gegeben, die Integrativkinder im Tagesablauf zielgerichtet zu fördern. Es besteht die Chance mit einem Integrativkind allein zu arbeiten, ebenso sich andere Kinder zu Aktivitäten einzuladen, die durch ihr Mittun motivierend wirken.
Die Konstellation der kleinen Gruppen ändert sich so ständig, was für die Anbahnung von Gruppenintegrationsprozessen wichtig ist. So z.B. sich durchsetzen, Grenzen akzeptieren, den anderen mit seinen Bedürfnissen wahrnehmen,…

Es gibt auch weitere Kinder, die aufgrund von Verhaltensauffälligkeiten, Entwicklungsstand usw. einer besonderen Aufmerksamkeit und Förderung bedürfen und keine Eingliederungshilfe erhalten. Auch diesen Kindern gilt unsere besondere Aufmerksamkeit, denn in unserer großen „Kindergartenfamilie“ sind alle gleichberechtigt und wichtig.
Integriert werden auch Migrantenkinder, hier steht der Spracherwerb im Vordergrund außerdem das gegenseitige Kennenlernen der Kulturen, Sitten und Bräuche.

Ein Ast – Elternarbeit

Dazu gehören: Elternabende, Gespräche, Umfragen, Aushänge, Fotoausstellungen, gemeinsame Feste und Aktivitäten, Elternrat,….

Die Elternarbeit ist ein wesentlicher Punkt unserer Tätigkeit. Im Zusammenhang damit sind folgende Punkte von Bedeutung:

  • Kenntnis der Eltern über Rechte und Pflichten (Erstgespräch, Leitbild-Elternheft,…)
  • Elternbriefe zur Information und Aushänge zum laufenden Kindergartengeschehen
  • Einbeziehen der Eltern in die Kindergartenarbeit z.B. bei Projekten oder Eltern haben Ideen für bestimmte Themen und bringen Bastel- oder Spielvorschläge mit,…
  • Elternrat
  • Elternabende mit Erziehungsthemen
  • Elterngespräche
  • gemeinsames Vorbereiten und Feiern von Festen z.B. Kinderfest, Großelternnachmittag,….
  • gemeinsame Gottesdienste
  • Elternbefragungen über Fragebögen zur Zufriedenheit, …
  • Fotoausstellungen mit Bestellservice für die Eltern

Es finden jährlich vier Elternabende und ein Bastelabend statt. Die Themen werden durch Gespräche, Anliegen in der Kindertagesstätte oder Befragungen festgelegt. Die Abende werden vom Personal oder von eingeladenen Referenten gestaltet.

Der Elternrat wird jährlich neu im Septemberelternabend gewählt. Er trifft sich nach Absprache und bespricht Anliegen der Eltern und des Kindergartens. Er unterstützt die Kindergartenarbeit durch Vorschläge, praktische Hilfen usw.

Elterngespräche können spontan, wenn die Möglichkeit besteht, geführt werden oder mit den Erziehern vereinbart werden. Geplante Entwicklungsgespräche finden einmal jährlich statt, dazu können sich die Eltern in Listen eintragen, um einen geeigneten Termin zu finden.
Sprechzeit der Leiterin ist jeweils mittwochs 13.00-16.30 Uhr oder nach Vereinbarung.

 

Ein Ast – Dokumentation

 Wir begleiten Kinder in grundlegenden Jahren ihrer Entwicklung, nehmen sie im Umfeld der Kindertagesstätte wahr und im Umfeld der Familie. Die Kindertagesstätte ist ein Ort, in dem Kinder Grunderfahrungen und Kompetenzen von Bildung machen. Darüber wird von Beginn an eine Dokumentation erstellt, die Grundlage für Gespräche ist und die Entwicklung der Kinder nachvollziehbar macht.

Für jedes Kind wird von der Aufnahme in den Kindergarten bis zum Schuleintritt eine Dokumentation geführt. Beschrieben werden in Stichpunkten die Eingewöhnungszeit, der Entwicklungsstand bei Aufnahme des Kindes und folgend die wesentlichen Eckpunkte der Entwicklung. Weiterhin werden verschiedene Beobachtungsbögen erstellt. Welche Verfahren zur Anwendung kommen, entscheiden die Erzieher an Hand der vorhandenen Kompetenzen und der Erfordernisse.
Elterngespräche sind ein wesentlicher Bestandteil, um die Beobachtungen zu transportieren, ebenso die Zusammenarbeit mit Therapeuten, die Kinder betreuen (die Einwilligung der Eltern vorausgesetzt).
Mal- und Bastelarbeiten sammeln die Kinder in Mappen, sie werden von den Erziehern mit kurzen Aussagen ergänzt, auch Fotos finden dort ihren Platz. Diese Mappen nehmen die Kinder beim Verlassen der Einrichtung mit nach Hause. Sie sind eine schöne Erinnerung an die Kindergartenzeit und dokumentieren den Weg vom Kleinkind zum Schulanfänger.

 

Ein Ast – Öffentlichkeitsarbeit 

Außer der Zusammenarbeit mit den Netzwerkpartnern stehen wir im Kontakt mit der Stadtverwaltung Burgstädt und dem Landratsamt Mittelsachsen, dem Diakonischen Amt Radebeul, der Kirchgemeinde Burgstädt und den anderen Burgstädter Kindergärten.
Wir bereiten gemeinsame Veranstaltungen mit dem Träger vor und führen sie durch.
Auch bei kommunalen Veranstaltungen sind wir präsent.
In der Zeitung liest man von uns.
Ebenso bieten wir Praktikamöglichkeiten für Schüler und Studenten. 

Mit der Stadtverwaltung Burgstädt als Mitfinanzierer der Kindergartenplätze (Kommunalanteil) stehen wir im engen Kontakt, ebenso tauschen wir uns über die Bedarfsplanung und andere kommunal zu regelnde Angelegenheiten aus.
Wir beteiligen uns am kulturellen Leben der Stadt Burgstädt, so führen wir z.B. zur Kulturwoche oder zum Stadtadvent mit den Kindern Programme auf.

Kontakte mit dem Landratsamt Mittweida ergeben sich über die Bedarfsplanung, ebenso über das Referat Kindertagesstätten zu Finanzierungsangelegenheiten z.B. Fördermittel aber besonders auch im Rahmen der Fachberatung und Weiterbildungen. Weiterhin gibt es eine Zusammenarbeit mit dem Sozialamt im Rahmen der Integrationsplätze. Eine Kontaktierung des Allgemeinen Sozialen Dienstes im Rahmen des Sozialgesetzbuches VIII § 8a ist ebenso möglich und wird bei Bedarf wahrgenommen.

Im Referat Kindertagesstätten des Diakonischen Amtes ist unsere hauptsächliche Fachberatung angesiedelt, ebenso erhalten wir von dort die größtmögliche Unterstützung zu allen im Ablauf entstehenden Fragen (Rechtsfragen, Arbeits- und Betriebssicherheit, Weiterbildungsangebote, Qualitätsmanagement usw.)
Ebenso ist der Träger Mitglied im Landesverband Evangelischer Kindertagesstätten in Sachsen.

Mit der Trägergemeinde gestalten wir z.B. den Erntedankgottesdienst aus und führen unser Krippenspiel auf, auch laden wir Interessierte zu unserem Sommerfest ein.
Die Zusammenarbeit mit der Kirchgemeinde bezieht sich z.B. auf die Mitgestaltung des Schulanfängergottesdienstes.
Gemeinsam mit anderen Burgstädter Kindergärten beraten wir beispielsweise die Durchführung des Schulvorbereitungsjahres und tauschen uns über Erfahrungen aus.

Schülern aus Regel- und Fachschulen ermöglichen wir unter fachlicher Begleitung die Durchführung ihres Praktikums. Vorliegen muss die Praktikumsvereinbarung der Schule und eine ärztliche Bescheinigung „frei von ansteckenden Krankheiten“.
Die Anzahl der Praktikanten ist begrenzt. Es muss immer gewährleistet sein, dass die Erzieher in der Gruppe eine qualifizierte Arbeit mit den Kindern tun können. Die Praktikantenbetreuung ist wichtig steht aber in der Rangfolge hinter der Förderung und Begleitung der Kindergruppe.

In Abständen verfassen wir Artikel und berichten über unsere Arbeit im Stadtanzeiger, bei besonderen Anlässen erscheinen auch Veröffentlichungen in der Freien Presse, im Blitzpunkt usw.

 

Früchte – was ich gelernt habe 

„Ich“ bin „Ich“
Ich bin wertvoll
Du bist wertvoll
Ich habe eine eigenen Meinung
Ich sehe, was du brauchst
Ich bin gewachsen
Ich habe Jesus kennengelernt
Ich will noch mehr wissen
Ich kann zur Schule gehen …..

Wir haben Kinder mit ihren Fragen nach dem Woher und Wohin des Lebens begleitet und waren Gesprächspartner, um ihnen einen Findungsprozess zu ermöglichen.
Wir schafften eine vorbereitete Umgebung und ein differenziertes Materialangebot, um Bildungs- und Selbstbildungsprozesse zu unterstützen und Basiskompetenzen zu fördern.
Die Kinder konnten Erfahrungen mit Freiheit, Geborgenheit, Selbständigkeit, Gemeinschaft und gemeinsamen Ritualen machen und diese Erkenntnisse in Beziehung zur Bibel und kirchlichen Traditionen setzen. Wir eröffneten den Kindern Zugänge zum Gebet und halfen ihnen damit, zu sich selbst und zu Gott zu finden.
Wir orientierten uns am Prinzip der wechselseitigen Anerkennung und schafften Möglichkeiten, eigene Aushandlungsprozesse zu führen, Grenzen zu akzeptieren und Regeln zu finden.
Unterstützt wurde das gemeinsame Aufwachsen von Behinderten, Nichtbehinderten sowie Kindern verschiedener Altersgruppen und Nationen.

Damit wurde der Grundstein gelegt, Wissensdurst geweckt und die Voraussetzung zur selbständigen Aneignung von weiteren Kompetenzen geschaffen, die die Schule bietet und fordert.